Elektromagnetische Strahlung (Elektrosmog)

bei Mobiltelefonen/Smartphones

Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der elektromagnetischen Strahlung von Mobiltelefonen/Smartphones. Eine Gefährdung für die Gesundheit ist nicht nachgewiesen, aber auch nicht ausgeschlossen. Die folgenden Texte erklären die Auswirkungen der elektromagnetischen Strahlung auf den Körper und erörtern den Begriff SAR (Spezifisch Absorptionsrate).

Auswirkungen der elektromagnetischen Strahlung bei Mobiltelefonen/Smartphones

Für die Übertragung von Sprache und Daten bei Mobiltelefonen werden Hochfrequenzen genutzt, die im Bereich zwischen 0,890 GHz und 2,6 GHz. Ebenso W-LAN Verbindungen werden über Hochfrequenzen hergestellt, die zwischen 2,4 und 5,4 GHz liegen.

Mikrowellen

Mikrowellen sind elektromagnetische Wellen im Frequenzbereich zwischen 1 und 300 GHz. Zum Vergleich: Die meisten Mikrowellenherde arbeiten im Frequenzbereich um die 2,455 GHz. Anders als die Erwärmung am gewöhnlichen Kochherd oder über einem einfachen Feuer, können die Mikrowellen tiefer eindringen und somit Flüssigkeiten schneller erwärmen. Die Erwärmung von Speisen im Mikrowellenherd erfolgt dabei durch die Krafteinwirkung der elektromagnetischen Wellen, die Wassermoleküle in eine Drehbewegung versetzen. Durch diese Drehbewegung (Rotation) erwärmen sich die Moleküle gegenseitig. Daher lassen sich trockene Speisen nur schwer erwärmen. Im Haushalt arbeiten Mikrowellenherde mit einer Leistung bis zu 1200 W. 1 Mikrowellen sind letztlich elektromagnetische Wellen, die in Form von elektromagnetischen Felder eine elektromagnetische Strahlung verursachen. Der Oberbegriff ist ELEKTROSMOG.

Elektromagnetische Felder

Ebenso wie bei Mikrowellenherden erzeugen auch Mobiltelefone bzw. Smartphones elektromagnetische Felder, die Flüssigkeiten bzw. Gewebe erwärmen. Dabei gilt: Die Erwärmung durch das elektromagnetische Feld ist umso niedriger je höher die Frequenz ist. GSM erzeugt aufgrund der niedrigen Frequenz zwischen 900 und 1800 MHz die stärksten elektromagnetischen Felder. 2

Im Gegensatz zu Mikrowellenherden arbeiten Mobiltelefone mit einer Leistung von maximal 2Watt. Diese Signalstärke ist abhängig vom Empfang und vom verwendeten Mobilfunkstandard (GSM, UMTS oder LTE). Die Sendeleistung wird vom Handy automatisch den Empfangsbedingungen angepasst. Bei schlechtem Empfang sendet das Gerät stärker um eine ausreichende Signalstärke zu erreichen.

SAR-Wert

Wie bereits erwähnt versetzen die elektromagnetischen Felder eines Mobiltelefons die Wassermoleküle in Bewegung und erzeugen dadurch Wärme. Diese Form von Energie, die vom Körper aufgenommen wird, wird in der Maßeinheit SAR (Spezifische Absorptionsrate) gemessen, dessen Wert in Watt pro Kilogramm angegeben wird. 3 Die SAR gibt folglich an, welche Menge der Körper an elektromagnetischer Strahlung aufnimmt.  Im Gegensatz zu einem Mikrowellenherd, der mit bis zu 1400 W arbeitet, erzeugen Mobiltelefone elektromagnetische Felder mit einer Leistung von maximal 2 W. Der Grenzwert für Mobiltelefone liegt laut Weltgesundheitsorganisation bei 2 W/kg. Mobiltelefone gelten als strahlungsarm, wenn sie einen maximalen SAR-Wert von 0,6 Watt pro Kilogramm nicht überschreiten.

SAR Werte im Detail

  • sehr gering = unter 0,4 W/kg
  • gering = 0,4 bis 0,6 W/kg
  • mittel=0,6 bis 1 W/kg
  • hoch=über 1 W/kg


Unterschied GSM und UMTS/LTE

2G Verbindungen (mit GSM Standard) starten mit maximaler Leistung und regulieren diese nach unten. Daher ist diese veraltete Verbindungstechnik nicht empfehlenswert, weil das Mobiltelefon zu Beginn jedes Telefonats oder jeder Datenübertragung mit maximaler Leistung arbeitet.

3G Verbindungen (mit UMTS Standard) sowie 4G und 5G Verbindungen (mit LTE Standard) starten dagegen von unten nach oben und tasten sich an die minimal notwendige Signalstärke heran. D.h. je geringer die Leistung, desto geringer die elektromagnetische Strahlung.

Verwendet man eine W-LAN Verbindung bei Mobiltelefonen, steigt die Leistung auf bis zu 2 Watt und erzeugt somit ein starkes elektromagnetisches Feld. 4

W-LAN Router

W-LAN Router dagegen erzeugen elektromagnetische Felder mit einem SAR-Wert zwischen 01, und 0,3 W/kg. Sie strahlen demnach schwächer als Mobiltelefone. Bereits bei einer Entfernung von einem Meter vom Router verringert sich die Strahlenbelastung ca. um 80%. 5

Gesundheitliche Gefährdung durch elektromagnetische Strahlung

Gesundheitliche Gefahren durch elektromagnetische Strahlung wurden bis Ende 2018 nicht nachgewiesen. Jedoch können diese nicht ausgeschlossen werden.

Daher ist es ratsam,

  • Ein Mobiltelefon mit einem sehr geringen oder geringen SAR-Wert zu verwenden
  • Möglichst nur bei gutem Empfang telefonieren
  • Das W-LAN am Telefon und auch am Router auszuschalten, wenn es nicht genutzt wird
  • Das Mobiltelefon nachts neben das Bett zu legen oder auszuschalten bzw. den Flugmodus zu aktivieren
  • Als Frau das Mobiltelefon bei einer Schwangerschaft nicht am Körper zu tragen, um das ungeborene Kind zu schützen
  • Als Mann das Mobiltelefon nicht in den vorderen Hosentaschen zu tragen


Grundsätzlich gilt:

  • Je besser der Empfang, desto geringer die Leistung, desto geringer die elektromagnetische Strahlung
  • Je länger das Telefonat, desto größer die Strahlenbelastung
  • Eine Strahlenbelastung besteht beim Telefonieren, beim Nutzen mobiler Daten und W-LAN


Quellen:

1 Bundesamt für Strahlenschutz http://www.bfs.de/SharedDocs/Downloads/BfS/DE/broschueren/emf/info-mikrowellengeraete.pdf?__blob=publicationFile&v=3

2 Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation (FSM)
https://www.emf.ethz.ch/de/emf-info/themen/technik/mobiltelefone/sar-wert/?text=50%2525252520hz&author=

3 Informationszentrum Mobilfunk.de
http://www.informationszentrum-mobilfunk.de/artikel/was-bedeutet-sar

4 Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation (FSM)
https://www.emf.ethz.ch/de/emf-info/themen/technik/mobiltelefone/sendeleistungen-von-handys/?text=50%2520hz

5 CHIP.de
https://praxistipps.chip.de/ist-wlan-schaedlich-verstaendlich-erklaert_42380

 
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